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Frühstück verleiht Flügel

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  Predigt zu Johannes 21, 1-14     Ihr Lieben, mit Essen kriegt man die Leute immer. Besonders wenn es um kirchliche Veranstaltungen geht.   Davon bin ich fest überzeugt, denn ich habe da so meine Erfahrungen gemacht: Lade zu einem Gottesdienst am Reformationstag ein und eine Handvoll Leute taucht auf. Lade zu einem Gottesdienst am Reformationstag mit Apfelkuchenessen ein und die Hütte ist voll.   Ein anderes Beispiel: Zwei Freundinnen und ehemalige Kolleginnen aus der Urlauberseelsorge und ich haben immer wieder erfolglos versucht, uns zu Videokonferenzen zu verabreden. Mindestens eine von uns hat immer kurzfristig abgesagt. Seit wir uns mittags zum Videochat samt gemeinsamem Mittagessen verabreden, klappt das mit den digitalen Treffen ziemlich gut. Denn essen müssen wir alle ja irgendwann. Warum dann nicht gemeinsam?!   Etwas Ähnliches passiert in der Bibelgeschichte, in der Jesus nach seiner Auferstehung ein paar Jüngern begegnet. Nachdem ein paar Vorbereitungen in Form von Fischfan

Das neue Normal

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  Predigt am 04.04.2021  zu Markus 16, 1-8     Ihr Lieben,   vor zwei Jahren war es normal, dass 50.000 Menschen oder mehr in einer Arena zusammenkamen, um sich ein Fußballspiel anzusehen. Es war normal, mit Freundinnen und Freunden ins Fitnessstudio oder in ein Restaurant zu gehen. Es war normal, die Familie zu Ostern oder zu Weihnachten zu besuchen. Es war normal, eine andere Person in den Arm zu nehmen, wenn sie traurig war. Für mich war es normal, einmal in der Woche in die Sauna zu gehen. Es war für viele normal, dorthin zu reisen, wohin sie reisen wollten. Es war auch normal, hier auf Helgoland in einer vollen Kirche Ostergottesdienst zu feiern.   Heute ist das nicht mehr normal, denn das alles sind Dinge, die wir im Moment so nicht tun dürfen.   Es wird sich viel über das „Normal“ Gedanken gemacht. Die meisten wünschen sich, glaube ich, nichts sehnlicher, als dass wir bald alle geimpft sind und dann zum „alten Normal“ zurückkehren können.    Es gibt aber auch Stimmen, die sagen:

Füße waschen!

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  Predigt am 01.04.2021  zu Johannes 13, 1-17     Ihr Lieben, sind eure Füße gewaschen?   Und: Wie geht es euren Füßen jetzt? Sind sie müde und tun vielleicht ein bisschen weh, weil ihr den ganzen Tag drauf rumgelaufen seid? Sie sie verschwitzt, weil die Socken doch zu dick sind oder die Schuhe nicht atmungsaktiv? Wieviel Strecke mussten eure Füße heute schon zurücklegen?   Unsere Füße werden über den Tag ordentlich beansprucht. Da ist es schön, wenn sie von uns ein bisschen gepflegt werden. Nicht nur, um sie sauberzumachen, sondern auch, um ihnen etwas Gutes zu tun.   Eigentlich ist es bei uns heute gar nicht unbedingt nötig, die Füße so oft zu waschen. Vor den Mahlzeiten zum Beispiel. Da waschen wir die Hände, aber nicht die Füße. Meistens stecken die Füße ja in Socken oder Strümpfen und in geschlossenen Schuhen. Es ist ja nicht so, dass wir wie die Leute zu Jesus‘ Zeiten barfuß in Sandalen auf staubigen Wegen herumlaufen. Oder sogar ganz barfuß. Wenn man das macht, hat man ganz schn

Äußerlichkeiten und Innerlichkeit

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  Predigt am 28.03. 2021  zu Hebräer 11, 1-2.12,1-3     Ihr Lieben, vergleicht ihr euch manchmal mit anderen? Wenn ja: Wie ist das? Könnt ihr gut damit um, wenn andere besser aussehen, oder etwas besser können?   Bei mir ist das ganz unterschiedlich. Eine amerikanische Freundin ist zum Beispiel unglaublich musikalisch. Sie spielt diverse Instrumente und hat eine wunderschöne Singstimme. Und damit habe ich überhaupt keine Probleme.   Dieselbe Freundin war allerdings auch mal stark übergewichtig und hat sich nie viel bewegt. Vor kurzem hat sie aber mit dem Laufen angefangen und ich war total platt, als ich auf Facebook sah, dass sie einen 10 Meilen Lauf geschafft hat. Das sind 16 km!   Ich selber habe schon immer gerne Sport gemacht. Vor ein paar Jahren schon habe ich mit dem Laufen angefangen, aber die längste Strecke, die ich bis jetzt geschafft habe, waren 7 km. Im Moment schaffe ich sogar nur dreieinhalb, weil meine Achillessehne sich sonst beschwert. Ja, ich bin neidisch. Und in die

Optimismus tötet, aber die Hoffnung hilft leben

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  Predigt am 21.03.2021  zu Hiob 19, 19-27     Ihr Lieben, wusstet ihr, dass gerade die Optimistinnen und Optimisten nicht überleben?   Das klingt erstmal sehr unglaubwürdig. Aber wenn wir nach dem Stockdale Paradox gehen, dann ist das tatsächlich so.   Jim Stockdale, nach dem dieses Paradox benannt ist, war ein Offizier der US-Marine. Er hat während des Vietnam Krieges über sieben Jahre in Gefangenschaft verbracht und ist während dieser Zeit zusammen mit seinen Kameraden durch die Hölle gegangen.   Später wurde er von James C. Collins zu seinen Erlebnissen in Vietnam befragt, der gerade für sein Buch „Good to Great“ recherchierte. Collins stellte fest, dass einige von Stockdales Kameraden die Gefangenschaft nicht überlebt hätten und wollte wissen, was sie gemeinsam hätten. Darauf antwortete Stockdale: Sie waren Optimisten.   Die Optimisten hatten sich eingeredet, dass sie an Weihnachten wieder zu Hause wären. Aber nach Weihnachten waren sie immer noch in Gefangenschaft. Dann hatten si

Wunderbar gemacht

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  Predigt am 14.03.2021  zu Psalm 139   Ihr Lieben,   treffen sich zwei Schneeflocken in der Luft. Fragt die eine: „Und, wo willst du hin?“ Die andere antwortet: „Nach Grönland, da kann ich lange liegenbleiben. Und du?“ „Nach Deutschland.“ Was willst du denn da?“ „Panik machen.“   Auf Helgoland klappt das mit der Panikmache nicht, glaube ich. Die meisten von uns hier haben sich ja durchaus über den Schnee gefreut, den wir diesen Winter abbekommen haben. Besonders weil wir hier ja sonst kaum Schnee haben, denn meistens ist es viel zu mild für Schnee. Was schade ist, denn dadurch bekommen wir oft weniger Schneeflocken zu sehen als die Festländer und Festländerinnen.  Und Schneeflocken sind doch so schön! Aus gefrorenem Wasser entstehen die beeindruckendsten kleinen Sterne. Sie sind ganz erstaunlich und wunderbar gemacht. Schneeflocken sind ganz erstaunlich und wunderbar wie wir alle.   Sie sind aber auch ganz zart und empfindlich und verschwinden schnell, wenn es zu warm wird. Das trifft